NHV

Naturhistorischer Verein der Rheinlande und Westfalens e.V.

 

Erläuterungen zu den NHV-Reihen

Titel, Erscheinenszeitraum, konzeptionelle und struktuelle Besonderheiten

 

Der 1843 gegründete Naturhistorische Verein hat – beginnend mit dem Jahr 1844 – mit Ausnahme weniger Kriegsjahre ununterbrochen Zeitschriften (Reihen) publiziert, und tut dies noch heute unvermindert mit Vitalität und Anspruch. Im Zentrum der Betrachtung steht natürlich die „Decheniana“. Diese Zeitschrift wurde im Prinzip 1844 gegründet, zunächst allerdings unter dem Namen Verhandlungen des Naturhistorischen Vereins der preussischen Rheinlande und Westfalens. Erst 1935 wurde sie in Decheniana umbenannt, ein Widmungstitel zu Ehren des Berghauptmanns Heinrich von Dechen (1800-1889), der in besonderem Maße an der Entwicklung des Vereins beteiligt war. Der frühere Name blieb als Untertitel bestehen. Zusammen bilden sie eine einheitliche Reihe mit durchgehender Bandzählung. Inzwischen sind 171 Bände erschienen. Seit 1955 wird parallel zu dieser Hauptpublikation des NHV noch eine zweite, monographisch-thematische Reihe, die Decheniana-Beihefte, herausgegeben. Mit zu den Publikationen des NHV im weitesten Sinne gehören auch noch die kleine Vorläufer-Zeitschrift Jahresberichtes des botanischen Vereins am Mittel- und Niederrheine, die überwiegend vom NHV herausgegebenen Sitzungsberichte (der Niederrheinischen Gesellschaft für Natur- und Heilkunde) und der Westdeutsche Naturwart der ersten Nachkriegsjahre.

Selbst die Mitglieder, die heute über ein hohes Alter verfügen, können sich bestensfalls noch an die letzten Bände der „Verhandlungen“ Anfang der 1930er Jahre erinnern. Dabei liegt die Glanzzeit des Vereins (u.a. mit der Erstbeschreibung des Neanderthalers durch Fuhlrott) viel weiter zurück. Einen Überblick über das, was der NHV in seiner langen produktiven Geschichte alles publiziert hat, hat heute naturgemäß niemand mehr. So gerät denn manches Interessante in Vergessenheit, zumal der heutige Zeitgeist fast nur noch das „Neu“ des Tagesgeschäfts favorisiert. Ideal wäre es da, wenn man nach all diesen „versunkenen“ Aufsätzen mit Hilfe einer Datenbank nach Stichworten, Autorennamen, Taxanamen, geographischen und thematischen Gesichtspunkten frei recherchieren könnte. Und noch schöner wäre es, wenn zusätzlich alle NHV-Publikationen in Form von guten Scans komplett im Internet abrufbar wären (...bevor es Google tut...). Dies ist fest in unserer Planung; doch bis dahin dauert es noch etwas! Hier zunächst ein erster Schritt in diese Richtung.

1. Decheniana-Beihefte

– 40 Bände bisher – 1955-2015 – Hauptzählung: Band 1-40

Die monographisch-thematischen „Beihefte“ erscheinen seit 1955 in unregelmäßiger Folge „nach Bedarf“. Größere vegetationskundliche, taxonomische, floristische und sonstige Arbeiten bieten sie eine Publikationsplattform mit viel Platz. Auf der anderen Seite ist eine Reihe von Bänden einem ganz bestimmten Thema gewidmet, zu dem dann verschiedene Autoren Aufsatzbeiträge liefern, wie es heute in vielen buchartigen Reihen üblich ist. Die Inhaltsverzeichnisse dieser „In-Autoren“-Bände 7, 9, 10, 18, 20, 26, 27, 31, 36 und 37 sind auf der CD ebenso zu finden wie eine Gesamtübersicht der Beihefte.

2a. Decheniana – Verhandlungen des Naturhistorischen Vereins der Rheinlande und Westfalens

– bisher 86 Bände – 1935-2018 ff – Hauptzählung: Band 91-171; Nebenzählung: Teilband A, B (Band 95-102); Hefte 1, 2 (Band 108-115, 118, 122, 124)

Im Vergleich zu den „Verhandlungen...“ ist das Erscheinungsbild der Decheniana deutlich einheitlicher. Das „preußische“ ist aus dem jetzt zum Untertitel geratenen alten Namen verschwunden, und die Paginierung ist zumeist eine durchgehende. Allerdings gibt es auch hier gewisse Abweichungen von der „Norm“. So leben in Band 92 die bereits verschwundenen „Sitzungsberichte“ noch ein allerletztes Mal auf. Von 1937 (Band 95) bis 1943 (Band 102) sind die Publikationen der Vereins-Abteilungen A (Geologie) und B (Biologie) als getrennte Halbbände mit jeweils separatem Inhaltsverzeichnis und Paginierung herausgegeben. In der Nachkriegszeit schließlich werden die Bände 108-115, 118, 122 und 124 jeweils in Form von zwei getrennten Heften herausgegeben. Zwar ist die Paginierung insgesamt durchgehend und damit problemlos, aber die unterschiedlichen Publikationsjahre der Hefte (und damit der Aufsätze) sind beim korrekten Zitieren zu beachten. Heute sind solche bibliographischen Eigenheiten zum Glück nicht mehr der Fall.

2b. Verhandlungen des naturhistorischen Vereines der preußischen Rheinlande und Westfalens

– 90 Bände – 1844-1933 – Hauptzählung: 1. bis 90. Jahrgang (bzw. als Band 1-90 interpretierbar) – Nebenzählung: Drei separat paginierte Hauptteile: 1) Verhandlungen, 2) Sitzungsberichte (A,B, beide separat paginiert), 3) Korrespondenzblätter.

Die „Verhandlungen“ mit dem späteren Titel „Decheniana“ sind die Hauptpublikationsreihe des NHV. Der allererste Titel lautet von 1844 bis 1848 Verhandlungen des naturhistorischen Vereines der preussischen Rheinlande. Von 1849 an erweitert sich der Verein geographisch. Fortan heißt die Zeitschrift: Verhandlungen des naturhistorischen Vereines der preussischen Rheinlande und Westphalens, und von 1886 an – nochmals geographisch erweitert – Verhandlungen des naturhistorischen Vereines der preussischen Rheinlande, Westfalens und des Reg.-Bezirks Osnabrücks, um dann von 1907 bis zum letzten Band (1934) wieder zu dem vormaligen Titel Verhandlungen des naturhistorischen Vereines der preußischen Rheinlande und Westfalens zurückzukehren. Nur beiläufig ist anzumerken, dass sich die alte Schreibweise „Westphalen“ 1874 in „Westfalen“ und die von „preussisch..“ 1906 in „preußisch..“ wandelte. Zwei zusätzliche Bestandteile machen diese Zeitschrift unübersichtlich: Seit 1849 (Band 6) erscheinen am Ende der Verhandlungen mit separater Paginierung ein bis mehrere „Correspondenzblätter“ (die ab 1887 „Korrespondenzblätter“ heißen). Sie sind bis 1894 (Band 51) fester Bestandteil der „Verhandlungen“. Komplizierter gestalten sich die „Sitzungsberichte“. Sie sind von 1854 bis 1893 Bestandteil der „Verhandlungen“ und ebenfalls mit eigenen Seitenzahlen versehen. Obwohl separat paginiert, haben Verhandlungen, Sitzungsberichte und Korrespondenzblätter dennoch ein gemeinsames Inhaltsverzeichnis. Ihre gedruckte Reihenfolge im Gesamtband ist: Verhandlungen > Sitzungsberichte > Korrespondenzblätter. Ein kurzes, ebenfalls separat paginiertes, 45-seitiges „Supplementheft“ ist dem 6 Band (1849) beigefügt, bleibt aber ein Einzelfall.

3. Westdeutscher Naturwart

– 3 Bände (jeweils mit Heft 1-4) – 1950-1954: Hauptzählung: Band 1-3; Nebenzählung (nur Band 1): Heft 1-4

Diese ephemere Zeitschrift ist wohl nur den älteren Vereinsmitgliedern bekannt. Sie wurde von der engagierten Botanikerin Käthe Kümmel, einer Schülerin von Braun-Blanquet, ins Leben gerufen und 1950 der erste Band von ihr selbst herausgegeben. Die Hefte darin sind separat paginiert und müssen mitzitiert werden. In den nachfolgenden zwei Bänden, die vom NHV herausgegeben wurden, ist dies nicht mehr der Fall. Auch diese Zeitschrift enthält viele interessante Beiträge zu Natur und Naturschutz.

4. Jahresberichte des botanischen Vereines am Mittel- und Niederrheine

– 5 Hefte – 1837-1841 – Hauptzählung: 1. bis 5. Jahresbericht

Nur die beiden ersten „Jahresberichte“ haben ein Inhaltsverzeichnis (der Umfang der Hefte ist insgesamt gering). Es handelt sich um die Publikation des von Phillip Wirtgen, Th. Fr. L. Nees von Esenbeck u.a. 1833 gegründeten Vorläufer-Vereins.

5. Sitzungsberichte (der niederrheinischen Gesellschaft für Natur- und Heilkunde)

– 33 Bände – (1854) 1894-1934 – Hauptzählung: Jahrgang 1894-1933; Nebenzählung: Teil A,B,C,D,E,F,(G)

Die „Sitzungsberichte“ – ein bibliographisches Problemkind – zeigen eine größere Variation über die Zeit im Hinblick auf Status und Erscheinungsbild: Sie beginnen 1854 als „Sitzungsberichte der niederrheinischen Gesellschaft für Natur- und Heilkunde“ mit eigener Seitenzählung hinter den „Verhandlungen“, beide integriert in ein gemeinsames Inhaltsverzeichnis. Sie sind zunächst vom Umfang her geringfügig und mit lateinischer Paginierung versehen. Ab 1859 erscheinen sie dann aber mit arabischer Paginierung und mit stetig wachsendem Umfang. 1891 (Verhandlungen Bd. 48) trennen sich die Sitzungsberichte erstmalig in zwei Teile auf, die jeweils separat paginiert sind. Es sind dies die Teile A (Naturwissenschaft) und B (Medizin) – entsprechend den zwei Abteilungen der „niederrheinischen Gesellschaft ...“. Dann im Jahr 1894 gehen die „Sitzungsberichte“ eigene Wege. Ab da handelt es sich um eine unabhängige Zeitschrift mit eigenem Inhaltsverzeichnis, die von der Niederrheinischen Gesellschaft für Natur- und Heilkunde herausgegeben wird. Doch schon 1907 begibt sie sich wieder unter das publikatorische Dach des NHV, bleibt aber weiterhin eine eigenständige Reihe. Unter dem neuen Titel „Sitzungsberichte – herausgegeben vom Naturhistorischen Verein der preußischen Rheinlande und Westfalens“ sind die Sitzungsberichte der niederrheinischen Gesellschaft jetzt aber nur noch Teil eines größeren Ganzen. Zwei Vereinigungen – nämlich die niederrheinische Gesellschaft für Natur- und Heilkunde mit ihren zwei Abteilungen (A, B) sowie die Medizinisch-naturwissenschaftliche Gesellschaft zu Münster (C) stellen die Ergebnisse ihrer Vortrags-und Vereins-Sitzungen in drei separaten Teilen A,B,C vor. Ab 1908 sind es sogar vier Vereinigungen – der Niederrheinische geologische Verein (D), und der Botanische und Zoologische Verein für Rheinland-Westfalen (E) kommen hinzu – mit insgesamt sechs (sieben) separat paginierten Teilen A-F(G), denen der NHV eine Veröffentlichungs-Plattform bietet. Der Umfang der „Sitzungen“ bleibt weiterhin hoch und übertrifft teilweise sogar den der „Verhandlungen“. Die Sitzungsberichte enden abrupt 1934, woran vermutlich die neuen politischen Verhältnisse ihren Anteil haben. Ein allerletztes Aufflackern der Sitzungsberichte ist 1935 im zweiten Band der Decheniana (Band 92) zu finden. Dort präsentiert allerdings nur noch der „Niederrheinische Geologische Verein“ einen Bericht über seine Versammlungen. Ansonsten lässt sich sagen, dass Jahrgang und Publikationsjahr bei den „Sitzungen“ vielfach nicht übereinstimmen. Beim Zitieren der „Sitzungen“ ab 1891 ist neben den Seitenzahlen unbedingt auch der Großbuchstabe des Teils anzugeben.